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Checkliste für Verfahren B beim Heizungstausch

Diese Checkliste führt durch die prüfbaren Arbeitsschritte des hydraulischen Abgleichs nach dem raumweisen Verfahren. Jeder Punkt erklärt, warum er für die Förderfähigkeit, den Betrieb und die Dokumentation erforderlich ist.

Monteur nimmt die Voreinstellung an einem Heizkörperventil vor und prüft Daten auf einem Tablet
Verfahren B verbindet die berechnete Raumlast mit den Einstellungen an der Anlage.Bild: mit einem Bildmodell erzeugt

Beim Heizungstausch im Bestand ist der hydraulische Abgleich nach Verfahren B keine nachträgliche Formalie. Er verbindet die raumweise Heizlast, die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Heizflächen, die Auslegungstemperaturen und die einstellbaren Durchflüsse zu einer prüfbaren Planung. Gerade bei Wärmepumpen entscheidet diese Kette darüber, ob die angestrebte Vorlauftemperatur im Gebäude praktisch funktioniert.

Die folgende Arbeitsliste richtet sich an SHK-Betriebe und Energieberater, die Unterlagen für einen Förderantrag und die Bauakte nachvollziehbar erstellen müssen. Sie ersetzt weder die Bestandsaufnahme noch die fachliche Beurteilung vor Ort, sie verhindert aber, dass Eingabewerte, Einstellungen und Nachweise in getrennten Dateien oder auf Papierzetteln verloren gehen. Hinweise zur fachlichen Einordnung liefert auch der Autor dieses Fachbeitrags.

1. Raumweise Heizlast vollständig erfassen

Prüfpunkt: Für alle beheizten Räume ist eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vorzulegen. Maßgeblich ist insbesondere DIN EN 12831-1, Heizungsanlagen in Gebäuden, Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast. Die Berechnung muss den Sollwärmebedarf jedes einzelnen Raums abbilden, nicht nur einen Wert für das gesamte Gebäude.

Erfassen Sie dafür die beheizten Zonen, Raumflächen, Raumhöhen, angrenzenden Bauteile, Außenbauteile, Fenster und Türen sowie die Randbedingungen für die Lüftungswärmeverluste. Auch unbeheizte Nebenräume, Treppenhäuser, Kellerbereiche und an Erdreich grenzende Bauteile sind korrekt zuzuordnen, soweit sie die Transmissionsverluste beeinflussen. Bestehende Pläne dürfen verwendet werden, müssen aber mit dem tatsächlichen Bestand abgeglichen sein.

Bestandsdaten vor dem Rechenlauf plausibilisieren

Prüfen Sie die Nutzung und die angesetzte Raumtemperatur für jeden Raum. Ein Bad, ein Schlafraum und ein Flur können unterschiedliche Solltemperaturen haben. Werden Räume später zusammengelegt, anders genutzt oder thermisch saniert, gehört diese Änderung in die Berechnung, bevor Heizflächen und Volumenströme bestimmt werden.

Eine Wohnflächenhochrechnung ist kein Ersatz für die raumweise Heizlast im Verfahren B. Sie kann allenfalls eine frühe Plausibilitätsprüfung unterstützen. Wie sich Eingaben, Normrandbedingungen und Ergebnisse sauber voneinander trennen lassen, erläutert der Beitrag Heizlast nach DIN EN 12831 sauber verstehen.

  • Raumbezeichnung und Nutzung sind einheitlich in Plan, Berechnung und Nachweis geführt.
  • Jeder beheizte Raum hat eine nachvollziehbare Norm-Heizlast.
  • Bauteilannahmen, Sanierungszustand und Wärmebrückenansätze sind dokumentiert.
  • Nachträgliche Änderungen am Gebäude sind vor der weiteren Auslegung eingearbeitet.

2. Heizflächen und vorhandene Armaturen aufnehmen

Prüfpunkt: Nehmen Sie jede Heizfläche raumweise auf. Bei Heizkörpern gehören Hersteller oder Bauart, Typ, Länge, Höhe, Tiefe, Anschlussart und, soweit feststellbar, die Nennleistung zu den erforderlichen Angaben. Bei Flächenheizungen sind Heizkreise, Verlegeabstände, aktive Flächen und der Verteilerzustand relevant.

Dokumentieren Sie zugleich die hydraulisch wirksamen Bauteile: Heizkreisverteiler, Thermostatventile, Ventileinsätze, Rücklaufverschraubungen, Strangregulierventile, Differenzdruckregler und die vorhandene Umwälzpumpe. Fotos mit Raumbezug und digitale Messnotizen sind hilfreicher als lose handschriftliche Listen. Sie erlauben auch später noch, die ausgeführte Armatur einer berechneten Einstellung zuzuordnen.

Voreinstellbarkeit nicht unterstellen

Kontrollieren Sie für jedes Ventil, ob es voreinstellbar ist und welcher Einstellbereich tatsächlich verfügbar ist. Eine Skala am Thermostatkopf ist keine Durchflussvoreinstellung. Fehlen geeignete Ventileinsätze oder lassen sich Rücklaufverschraubungen nicht reproduzierbar einstellen, muss die Planung einen Armaturentausch oder eine andere geeignete hydraulische Lösung vorsehen.

Bei älteren Heizkörpern ist die Bauform häufig nur eingeschränkt erkennbar. Halten Sie dann fest, worauf die Leistungszuordnung beruht, etwa auf Herstellerunterlagen, einer belastbaren Typbestimmung oder einer konservativen Ersatzannahme. Unklare Heizflächenwerte dürfen nicht unbemerkt als gesicherte Leistung in die Berechnung eingehen.

3. Auslegungstemperaturen für das gesamte System festlegen

Prüfpunkt: Legen Sie Vorlauf, Rücklauf und Raumtemperaturen als zusammenhängendes Auslegungssystem fest. Diese Temperaturen bestimmen die abgebbare Heizflächenleistung, den erforderlichen Volumenstrom und die Anforderungen an den Wärmeerzeuger. Für eine Wärmepumpe ist die erforderliche Vorlauftemperatur zugleich ein wesentlicher Planungswert für den effizienten Betrieb.

Die Temperaturspreizung darf nicht aus einer alten Kesselauslegung übernommen werden, ohne die vorhandenen Heizflächen zu prüfen. Entscheiden Sie anhand der Heizlasten und der Heizflächen, welche Auslegungstemperaturen das Gebäude unter den angesetzten Normbedingungen benötigt. Berücksichtigen Sie dabei auch Verteilverluste und die hydraulische Struktur der Anlage, soweit sie für die Auslegung relevant sind.

Ein Temperatursystem, keine Mischwerte

Vermeiden Sie, Heizkörperleistungen bei einem Temperatursystem zu bewerten, die Durchflüsse aber mit einem anderen System zu berechnen. Ebenso problematisch sind pauschal abgesenkte Vorlauftemperaturen, wenn einzelne kritische Räume damit ihre Heizlast nicht decken. Falls unterschiedliche Heizkreise mit unterschiedlichen Temperaturen notwendig sind, müssen sie als getrennte Systeme geplant, geregelt und dokumentiert werden.

Für die Förderunterlagen zählt nicht nur ein plausibel klingender Temperaturwert. Entscheidend ist, dass die Temperaturannahmen in Heizlast, Heizflächennachweis, Durchflussberechnung und Einstellliste übereinstimmen.

4. Erforderliche Heizkörperleistungen je Raum nachweisen

Prüfpunkt: Stellen Sie der Raumheizlast die verfügbare Leistung jeder Heizfläche bei den festgelegten Auslegungstemperaturen gegenüber. Verwenden Sie Leistungsdaten, die zur jeweiligen Heizkörperbauart und Anschlussart passen. Nennleistungen aus Katalogen gelten häufig für andere Temperaturbedingungen und müssen auf das geplante Temperaturniveau umgerechnet werden.

Der Nachweis ist je Raum zu führen, nicht nur als Summe für das Gebäude. Eine Überleistung in einem Wohnzimmer gleicht keine Unterdeckung im Bad oder Schlafzimmer aus. Prüfen Sie auch, ob Einbauten, Verkleidungen, tiefe Fensterbänke oder ungünstige Anordnung die Wärmeabgabe wesentlich beeinträchtigen können.

PrüffrageErforderlicher NachweisFolge bei Abweichung
Deckt die Heizfläche die Raumheizlast?Leistungsabgleich bei AuslegungstemperaturenHeizfläche vergrößern, Temperaturkonzept anpassen oder Ursache prüfen
Passt der Heizkörper zum geplanten Anschluss?Bauart und Leistungskennwert nachvollziehbar zugeordnetLeistungswert korrigieren und Durchfluss neu berechnen
Sind alle Räume betrachtet?Raumweise Liste mit Heizlast und HeizflächenleistungFehlende Räume vor dem Abgleich ergänzen

Eine kritische Bestandsheizfläche sollte nicht mit einem Sicherheitsgefühl aus der Gesamtsumme überspielt werden. Der Beitrag Sieben Fehler bei der Heizkörperauslegung im Bestand zeigt typische Ursachen für falsche Leistungsannahmen und hilft bei der Sichtprüfung vor Ort.

5. Soll Durchflüsse und Ventileinstellungen berechnen

Prüfpunkt: Berechnen Sie aus der erforderlichen Raumleistung und der festgelegten Temperaturspreizung die Sollvolumenströme. Bei mehreren Heizflächen in einem Raum ist die Raumlast nachvollziehbar auf diese Heizflächen zu verteilen. Die Summe der Teilvolumenströme muss zum erforderlichen Volumenstrom des Heizkreises und zur Anlagenhydraulik passen.

Ordnen Sie jedem Heizkörper die konkrete Voreinstellung des Thermostatventils oder einer anderen geeigneten Armatur zu. Dazu benötigen Sie die Kennwerte der tatsächlich eingebauten Armatur und den verfügbaren Differenzdruck. Eine Ventileinstellung ohne Bezug auf Typ, Einsatz und Berechnungsgrundlage ist nicht ausreichend reproduzierbar.

Hydraulische Grenzen vor der Montage erkennen

Prüfen Sie, ob die berechneten Einstellungen innerhalb des Einstellbereichs liegen. Sehr kleine Einstellwerte können empfindlich auf Verschmutzung, Druckschwankungen oder Ablesefehler reagieren. Erreicht ein Ventil den erforderlichen Durchfluss nicht, ist nicht die Zahl in der Tabelle anzupassen, sondern die hydraulische Lösung, etwa durch einen geeigneten Ventileinsatz, eine andere Armatur oder eine Überarbeitung des Temperaturkonzepts.

Bei Einrohrsystemen, Mischinstallationen, hydraulischen Weichen, Pufferspeichern oder mehreren Pumpenkreisen ist die Zuordnung der Volumenströme besonders sorgfältig zu prüfen. Verfahren B verlangt eine belastbare raumweise Auslegung, ersetzt aber nicht die fachgerechte Planung einer komplexen Anlagenhydraulik.

  1. Raumheizlast und Heizflächenleistung je Raum freigeben.
  2. Raumvolumenstrom aus Leistung und Temperaturspreizung ableiten.
  3. Volumenstrom auf Heizflächen und Kreise verteilen.
  4. Ventiltyp, Voreinstellung und gegebenenfalls Begrenzung dokumentieren.
  5. Abweichungen zwischen Berechnung und Bestand vor der Ausführung schließen.

6. Pumpe und Regelung auf den berechneten Betrieb einstellen

Prüfpunkt: Stellen Sie die Umwälzpumpe auf den berechneten Bedarf und die vorhandene Hydraulik ein. Prüfen Sie Förderhöhe, Regelungsart und mögliche Mindestvolumenströme des Wärmeerzeugers. Eine zu hoch eingestellte Pumpe kann Strömungsgeräusche und ungünstige Differenzdrücke verursachen, eine zu niedrig eingestellte Pumpe kann entfernte Heizflächen unterversorgen.

Kontrollieren Sie die Heizkurve, die Begrenzungen der Vorlauftemperatur, Zeitprogramme und die Regelstrategie. Die Heizkurve muss zum festgelegten Auslegungssystem passen. Werden Heizflächen im Plan mit niedriger Vorlauftemperatur bewertet, darf die Regelung nicht dauerhaft ein davon abweichendes Temperaturniveau erzwingen.

Thermostatventile als Teil der Regelkette prüfen

Thermostatventile müssen funktionsfähig sein und dürfen nicht durch festsitzende Stifte, falsche Köpfe oder verdeckte Einbauorte beeinträchtigt werden. Prüfen Sie nach der Einstellung stichprobenartig, ob Heizkörper durchströmt werden, ob keine auffälligen Geräusche auftreten und ob die Regelung auf Änderungen reagiert. Entlüftung, Anlagendruck und Schmutzbelastung sind vor der Funktionskontrolle zu klären.

Halten Sie Sollwerte und tatsächlich gewählte Einstellungen getrennt fest. Wenn die Inbetriebnahme eine Abweichung erfordert, dokumentieren Sie Anlass, neuen Wert und verantwortliche Person. Damit bleibt der Abgleich auch bei späteren Wartungen nachvollziehbar.

7. Ausführung kontrollieren und Abgleich dokumentieren

Prüfpunkt: Vergleichen Sie nach der Ausführung jeden relevanten Sollwert mit dem eingebauten und eingestellten Bestand. Kontrollieren Sie Ventileinsätze, Voreinstellungen, Rücklaufverschraubungen, Verteiler, Pumpenparameter und Regelungseinstellungen. Eine berechnete Liste ist noch kein ausgeführter hydraulischer Abgleich.

Für eine Förderung sind die jeweils geltenden Anforderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude und die zugehörigen technischen Mindestanforderungen zu beachten. Welche Nachweise im einzelnen Förderfall vorzulegen oder aufzubewahren sind, kann sich nach Fördergegenstand, Zeitpunkt der Antragstellung und Programmvorgaben unterscheiden. Verwenden Sie für Verfahren B das aktuell einschlägige Bestätigungsformular zum hydraulischen Abgleich und füllen Sie es aus den finalen Planungs- und Ausführungsdaten aus.

Zur digitalen Projektakte gehören mindestens die raumweise Heizlast, die Heizflächenerfassung, das Temperaturkonzept, die Leistungsgegenüberstellung, die Volumenstrom- und Einstellliste sowie das ausgefüllte Bestätigungsformular. Ergänzen Sie Fotos und gegebenenfalls Mess- oder Inbetriebnahmeprotokolle mit eindeutigem Projektbezug. So bleibt die Unterlage ohne Ausdrucke prüfbar, übergabefähig und bei Rückfragen auffindbar.

Erkenntnisse bündeln und den Ablauf früh festlegen

Die Checkliste funktioniert nur in ihrer Reihenfolge: Erst Raumheizlast und Heizflächenleistung klären, dann Temperaturen, Durchflüsse und Einstellungen festlegen, anschließend die Ausführung dokumentieren. So wird aus dem VdZ Verfahren B ein nachvollziehbarer Arbeitsablauf statt einer nachträglich ausgefüllten Bescheinigung. Zuständigkeiten zwischen Planung, Ausführung und Förderunterlagen sollten vor Projektbeginn eindeutig vereinbart sein, wie der Beitrag Wer Verantwortung für Förderung und hydraulischen Abgleich trägt einordnet.

Wenn Sie Raumheizlast, Heizflächenauslegung und Abgleich nicht in getrennten Tabellen führen möchten, verbindet Wärmeblatt Raumheizlast, Heizflächenauslegung und hydraulischen Abgleich bis zum unterschriftsreifen Bestätigungsblatt in einem digitalen Rechengang. Für eine Vorführung oder frühen Zugang nutzen Sie das Kontaktformular auf der Kontaktseite. Damit lassen sich Eingaben, Änderungen und Nachweise von Anfang an papierlos in einer Projektakte führen.